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Kalkabbau in Bahretal

Bahretal mit seinen Orten Borna, Nentmannsdorf, Friedrichswalde und Ottendorf kann auf eine über 500 jährige Geschichte des Kalkabbaus zurückblicken. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde nachweislich in Borna und Nentmannsdorf Kalkstein abgebaut.

In alten Karten sind über 35 Kalköfen eingezeichnet. Im Borna selbst gab es um 1815 sechs Kalkbrüche in denen 40 Arbeiter aus den umliegenden Dörfern beschäftigt wurden. Sie belieferten die gesamte Region mit Kalksteinen und Kalk. Die Steine, Kaulen genannt, wurden mit Fuhrwerken über die Kalkstraße nach Pirna transportiert. Auf dem Steinplatz verlud man sie auf Kähne und verschiffte sie auf der Elbe bis Magdeburg.

Aus dem Kalkstein stellte man aber auch Platten für die Hofkirche in Dresden und das "Kurfürstliche Begräbnis" in Freiberg her. In der Bornaer Kirche kann man einen Altar und einen Taufstein aus einheimischen Kalkstein sehen.

Um 1900 kam die Produktion auf Grund der Bömischen Konkurenz fast zum erliegen. 1927 begann Ing. Uhlig mit der Erweiterung und Wiederinbetriebnahme der Öfen. Mit den Umbau war jetzt eine kontinuierliche und billigere Produktion möglich und in Folge des verheerenden Hochwasser am 27.06. in der Region, war ein hoher Bedarf an Kalk vorhanden. Die Öfen waren bis 1964 in Betrieb und wurden nun durch ein neu gebautes Kalkwerk abgelöst. Im Jahre 1998 stellte man auch dort die gesamte Produktion von Baukalk ein und demontierte bis 2000 das gesamte Werk.

Übrig blieb nur ein über 200 Jahre alter und halb verfallener Kalkofen, der "Ofen 5". Seit 2009 organisiert eine Arbeitsgruppe Kalkofen die Sanierung des letzten vorhandenen begehbaren Kalkofen, um ihn als technisches Denkmal und Museum zu erhalten. Dank vieler Helfer und Sponsoren konnte im Dezember 2011 das Museum "Historischer Kalkofen Borna" eröffnet werden.

In der integrierten Ausstellung kann man viele interessante Dinge über die Geschichte und die Kalkherstellung anschaulich erfahren.Das Museum öffnet von Mai bis September und hat jeden 3. Sonnabend im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ansonsten kann man Besichtigungstermine gern via e-Mail vereinbaren.